Intensive Orchesterwochen in den Ferien erfreuen sich Jahr für Jahr grosser Beliebtheit bei der EOV-Community: Verschiedene Orchester-Lager wie das orchestra giovane (og) oder das Jugend-Sinfonieorchester Aargau (JSAG) sind seit mehreren Jugendorchester-Generationen ein grosser Hit, die Partner-Orchesterkurse oft schnell ausgebucht und von den EOV-Reisen an die europäischen Orchester-Festivals schwärmen die Teilnehmenden noch jahrelang. Wer einmal dabei war, kommt immer wieder. Doch was macht diese Faszination aus? Man könnte doch denken, dass die Amateurmusikerinnen und Amateurmusiker in ihren Ferien das Instrument auch gerne einmal weglegen und sich einfach nur entspannen möchten – denn auch Amateurmusizieren ist eine anspruchsvolle und anstrengende Tätigkeit, die hohe Konzentration erfordert.
«Es ist wohl die Möglichkeit sich ohne Ablenkung in ein Werk wirklich zu vertiefen, sich in das Musizieren vollständig hineinzugeben, was dann wahnsinnig Freude macht», antwortet Daniel Kellerhals, Amateur-Hornist und langjähriger ehemaliger Projektleiter des Menuhin Festival Amateur Orchestra (MFAO), auf die Frage, was rund 100 Amateurmusiker:innen jedes Jahr motiviert, nach Gstaad zu kommen und eine Woche lang intensiv zu proben. «Es braucht ein grosses Engagement von allen Teilnehmenden, aber die Befriedigung ist umso grösser. Dafür geben viele gerne eine Ferienwoche.»
Das «Anderssein»: Abwechslung, besondere Atmosphäre, inspirierende Landschaft
Weiter ist seiner Ansicht nach das «Anderssein», die Abwechslung der Orchesterkurse entscheidend: «Man spielt in einer anderen Orchestergemeinschaft, in einer anderen – oft besonders schönen – Atmosphäre, es bieten sich andere Möglichkeiten zur Programmwahl», erklärt Kellerhals.
Dass das MFAO im wunderschönen Saanenland und im Rahmen des renommierten Menuhin Festivals stattfinde, sei natürlich die Kirsche auf der Torte. «Die Umgebung und die Stimmung sind einfach besonders», fasst er die Attraktivität des Projekts zusammen.