Vor der idyllischen Kulisse Boswils scheint die Zeit gefüllt mit Proben unter der Leitung des jugendlich-väterlichen Dirigenten Hugo Bollschweiler, Philosophierstunden sowie experimentellen Coachings tatsächlich stillzustehen. Für Erfrischung sorgt der finnische Pianist und Komponist Iiro Rantala, der zusammen mit dem JSAG als Solist auftritt. Im Spannungsfeld zwischen Klassik und Jazz weist er den Jugendlichen und dem Filmpublikum einen unkonventionell-direkten Zugang zur Musik.
Die eigentliche Leistung Gachots, welcher sich zum Beispiel mit seinem Martha Argerich-Porträt Anfang der 2000er einen Namen machte, besteht aber darin, dass die Jugendlichen sich in den Einzel-Interviews wirklich öffnen und verblüffend plastisch in ihr Innenleben blicken lassen. Sie diskutieren ihre Lebensplänen, jungen Weisheiten, erzählen von ihren Sehnsüchten und Zweifeln. Wer den Glauben an die Jugend verloren hat, könnte mit diesem Film vielleicht geheilt werden.
Der Film «Unisono – Von der Liebe zur Musik» von Regisseur Georges Gachot über das Jugend-Sinfonieorchester Aargau läuft seit dem 27. August in zahlreichen Schweizer Kinos.